Dublin – Spice Girls, Guiness Bier und ganz viel Whiskey.

Die Spice Girls würden auf SPICE WORLD Tour gehen… als ich davon das aller erste mal im Spätsommer 2018 gehört hatte, war ich Feuer und Flamme. SELBSTVERSTÄNDLICH würde ich dieses Event nicht verpassen. In meiner Vorstellung malte ich mir aus, beim Abschlusskonzert im Londoner Wempley Stadium ganz vorne mit dabei zu sein – und meine Kindheit zu feiern. So saß ich auch während unseres Honeymoons in Australien am Computer und aktualisierte wie wild die Ticketseite, um ja ein Ticket für London ergattern zu können. Doch natürlich gingen die Tickets schneller weg, als ich klicken konnte und trotz meines (wie ich dachte) “zeitlichen und technischen” Vorsprungs in Australien, hatte ich keine Chance. Und so musste ich meinen Traum vorerst aufgeben, trug mich aber trotzdem hoffnungslos in die Nachrücker-Liste ein. Tatsächlich bekam ich einige Monate später eine E-Mail, dass wieder Tickets verfügbar wären… für Dublin. Dublin? Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Im Gegensatz zu London, wo ich gefühlt schon 100 Mal war, würde Dublin aber nicht nur eine unbekannte Stadt, sondern gleich ein unbekanntes Land bedeuten… und dort sollte sogar das Eröffnungsevent stattfinden. Also, warum nicht? Von Dublin konnte ich tatsächlich auch Daniel überzeugen; und so buchten wir noch am selben Tag Karten für die Eröffnungsshow der SPICE WORLD 2019 Tour – inklusive Flugtickets und einem völlig überteuerten Hotel am anderen Ende der Stadt. Egal. Immerhin sollte ich einen Kindheitstraum Wirklichkeit werden lassen. Und obendrein ist Irland in der Whiskey-Liebhaberbranche nicht unbedeutend – zwei Fliegen mit einer Klappe also.

Am Donnerstag Abend ging es los. Zufälligerweise fiel der Abflug ziemlich genau auf meinen letzten Arbeitstag als Angestellte. Was für ein schöner Beginn einer neuen, aufregenden Zeit. Wir stiegen also nach Feierabend ins Flugzeug und landeten nachts in Dublin. Beide hatten wir nichts gegessen, in der Hoffnung, in Dublin in einem Pub noch ein leckeres Abendessen abgreifen zu können. Stattdessen kamen wir völlig ausgehungert mitten in der Nacht am anderen Ende der Stadt an und fielen tot müde ins Bett. Kein Abendbrot, kein Pub, kein Whiskey. Aber meiner guten Laune konnte eigentlich gar nichts anhaben. Schließlich sollte ich am nächsten Tag die Spice Girls live sehen.

Den nächsten Morgen starteten wir ausgehungert. Es gab zwar ein gut aussehendes Frühstückslokal in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel, aber glücklicherweise auch ein kleines Café in unserem Hotel, wo ich nach einer morgendlichen Fitnesseinheit erst einmal einen Café und Scones holte. Scones! Stimmt, ich hatte ganz vergessen, dass die englische Tradition auch über die Grenzen Englands hinweg eine Rolle spielen könnte. Die Scones und der Flat White waren himmlisch und bildeten eine gute Basis für das unfassbar gute Frühstück, das wir kurze Zeit später im besagten Lokal bekamen.

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Danach ging es zu Fuß in die Innenstadt. Die weiter entfernt war, als wir bei unserer Hotelbuchung berücksichtigt hatten. Aber (und das wurde mir erst später klar) auf Grund des Spice Girls Konzertes war die Stadt voll, ausgebucht und die Hotelpreise entsprechend immens in die Höhe geschossen. Und gerade wegen des eher längeren Weges, konnten wir ein wenig irisches Flair aufnehmen, welches übrigens stark englisch anmutet. Es ist eben nur etwas leerer und – dem Klima schuldig – kühler und dadurch auch etwas düsterer in Irland.

Auf dem Weg in die Stadt fanden wir in einem Hinterhof eine sehr berlinerisch-hipster anmutende Fläche mit vielen Imbiss”wägen”. Hier gab es Burger, Fish & Chips, vegane Tacos und Drinks. Hier würden wir einen Tag noch einmal hergehen, sagten wir uns.